Trotz Preissturz beim Altpapier: Entsorgung im Landkreis Göppingen sicher

Der Papierpreis sinkt auf dem globalen Markt ins Bodenlose. Stark davon betroffen ist die Altpapierentsorgung. Die Bürger des Landkreises Göppingen müssen sich jedoch vorerst keine Sorgen machen.

Viele Bürger im Landkreis Göppingen nutzen mittlerweile die blaue Tonne zur Entsorgung ihres Altpapiers. Die Firma Fetzer sammelt trotz des weltweiten Preisverfalls für den Rohstoff weiter. Foto: Staufenpress
Trotz des Preissturzes auf dem globalen Markt bleiben Bürger im Landkreis vorerst nicht auf ihrem Altpapier sitzen: Mit der Firma Fetzer hat das Abfallwirtschaftsamt Göppingen einen Partner, der sich vor allem durch sein konservatives Konzept auszeichnet. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten hat das Unternehmen auf langfristige Verträge mit heimischen Abnehmern und nicht auf den Exportmarkt gesetzt. Ein Vorgehen, das sich jetzt auszahlt.

Bundesweit sprangen im letzten Jahr viele Entsorgungsbetriebe auf den lukrativen Export-Zug auf und verschifften ihre Waren hauptsächlich nach Asien. "Die Nachfrage war riesig und Altpapier wurde zu diesem Zeitpunkt beinahe ,vergoldet", erinnert sich Eberhard Stähle, Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Göppingen. Seit September schwächle allerdings dieser Absatzmarkt und ist mittlerweile vollständig zusammengebrochen. Diesen Fehler beging Gerhard Fetzer, Geschäftsführer der Rohstoffe und Recycling GmbH in Eislingen nicht. Er hielt an heimischen Papierfirmen fest, die zu einem vertraglich gesicherten Preis das Rohmaterial bezogen. Diese Verträge laufen noch weitere zwei Jahre und ermöglichen es jetzt, in der anhaltenden Krise Ruhe zu bewahren und eine Müllentsorgung zu gewährleisten. "Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass die Bürger im Landkreis über die momentane Situation aufgeklärt werden. Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass sie auf ihren Papierabfällen sitzen bleiben", sagt Fetzer. "Der Altpapierpreis sinkt zwar global auf einen nie da gewesenen Tiefpunkt", trotzdem verspricht er: "Die blaue Tonne wird nach wie vor geleert - wir sammeln weiter!"

Viele werden sich mit gemischten Gefühlen daran erinnern: Die blaue Tonne sorgte, als sie im Jahr 2007 eingeführt wurde, für viel Aufregung im Kreis. Kaum ein anderes Thema polarisierte die Meinungen der Bürger im Landkreis Göppingen auf diese Weise. Die Fürsprecher waren und sind dankbar für die Entlastungen, die das Entsorgungsangebot über die Tonne mit sich bringt. Dadurch entfallen lästige Gänge zu den Wertstoffhöfen und das Warten auf die Erfassung der Abfälle durch die lokalen Vereine. Die Gegner des "Blauen Ungetüms" setzten genau an diesem Punkt an. Ihrer Meinung nach gehe vielen Vereinen dadurch eine existenzielle Geldquelle verloren. Eine Ansicht, der Fetzer widerspricht: "Von dem zusätzlichen Entsorgungsangebot versprechen wir uns eine Erhöhung der insgesamt erfassten Papierabfälle im Kreis", unterstreicht der Firmenchef. Da die blaue Tonne regelmäßig geleert werde, müsse überschüssiges Altpapier nicht mehr über den normalen Hausmüll entsorgt werden. "Somit kommen die Vereine auch weiterhin auf ihre Kosten", argumentiert Fetzer. "Da wir vom Weltmarkt weitestgehend unabhängig sind, können wir den Vereinen einen Betrag über 30 Euro pro erfasster Tonne Papiermüll zusichern." Dieser Wert liege in diesen schlechten Zeiten erheblich über dem globalen Niveau, das bei 2,50 Euro stagniere, verdeutlicht Fetzer. Die ehrenamtlich erwirtschafteten Summen sind wesentliche Beiträge, die der Erhaltung und Gestaltung des Vereinslebens dienen und auch in die Jugendförderung einfließen.

Wie wichtig es ist, Altpapier wieder dem Papierkreislauf zuzuführen, zeigt die aktuelle Ausstellung "Papierwende" im Landratsamt Göppingen. Auf rund 200 Quadratmeter werden Informationen und Fakten zu Verbrauch, Herstellung und Recycling von Papier dargestellt. Unter anderem gibt es "interaktive Inseln", an denen man Papier mikroskopieren, wiegen und andere praktische Erfahrungen mit dem wieder verwendbaren Material sammeln kann. Bis Mitte März können insbesondere Schüler- und Kindergartengruppen sich umfassend über dieses aktuelle Thema informieren.


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