Die CDU hatte es am schwersten und sie machte es am spannendsten mit der Kür ihres Landratskandidaten. Das bekannt gewordene, inoffizielle Bewerberfeld lichtete sich termingerecht auf das Datum hin, als es hieß: Farbe bekennen. Seit Montag, 24 Uhr, geht nichts mehr. Zu mitternächtlicher Stunde endete die offizielle Bewerbungsfrist um die Nachfolge von Landrat Franz Weber.

Drei Briefumschläge gingen im Göppinger Landratsamt ein. Sie enthielten die offiziellen Bewerbungsunterlagen des Straßenplanungschefs Andreas Hollatz, den die FDP unterstützt. Ebersbachs Bürgermeister Edgar Wolff setzte sich im fraktionsinternen Konkurrenzkampf gegen seinen Bad Überkinger Bürgermeister- und Kreisratskollegen Martin Joos durch und ist nun der Favorit der Freien Wähler. Dritter im Bunde ist Gerd Ueding. Die CDU hob den Bürgermeister von Bad Ditzenbach auf ihr Schild.

Weil die Christdemokraten mit 25 Kreisräten die stärkste Fraktion stellen, ist ihr Bewerber aussichtsreich. Weshalb bei der CDU auch die meisten Interessenten angeklopft haben, nicht alle wurden namentlich bekannt. 25 Kreisräte als Hausmacht hinter sich zu haben, ist eine gute Ausgangsbasis. Um vom Kreistag zum neuen Landrat gewählt zu werden, braucht ein Bewerber aber mindestens 33 Stimmen. Von allen anderen Qualitäten mal abgesehen, zeichnet sich Ueding dadurch aus, dass er den Christdemokraten zwar nahe steht, aber kein CDU-Parteibuch besitzt. Damit erschien er den CDU-Kreisräten wohl eher mehrheitsfähig als Mitbewerber Wolfgang Lützner; dem Süßener Bürgermeister geriet sei- ne CDU-Mitgliedschaft in der eigenen Partei zum Handicap.

Wird es für Ueding reichen? Er kandidierte schon auf der CDU-Liste mit Erfolg für den Kreistag - und hat sich damit seinerzeit bei der SPD nicht unbedingt Freunde gemacht. Die Sozialdemokraten neigen derzeit ebenso wie die Grünen dazu, ihre Stimmen Edgar Wolff zu geben. Gesetzt, es tanzt keiner aus der Reihe, ergibt das diese Gleichung: 14 Freie Wähler + 13 SPDler + 6 Grüne = 33 Stimmen für den neuen Landrat Wolff?

Hollatz, von den 7 FDP-Kreisräten unterstützt, hat wohl nur Außenseiterchancen. Aber auch eine CDU/FDP-Koalition würde es nur auf 32 Stimmen bringen.

Doch ist die Wahl ja erst am 3. April. Bis dahin werden die drei Kandidaten all ihr diplomatisches Geschick mobilisieren, um den ein oder anderen Kreisrat aus einem gegnerischen Lager für sich zu gewinnen. Die derzeitigen Kräfteverhältnisse versprechen viel Spannung.


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